Häufige Fragen

FAQ zu Cloud ERP

Die Fragen die in jedem ERP-Projekt auftauchen – direkt beantwortet.

Was ist der Unterschied zwischen SAP ECC und S/4HANA?
SAP ECC (ERP Central Component) ist die bisherige On-Premise-ERP-Lösung, für die SAP den Mainstream-Support bis 2027 endet. S/4HANA ist die Nachfolgegeneration – basierend auf der In-Memory-Datenbank HANA, mit einem vereinfachten Datenmodell und moderner Fiori-Oberfläche. Der Wechsel ist keine reine Systemaktualisierung, sondern häufig eine umfassende Prozess- und Datentransformation.
Greenfield, Brownfield oder Selective Data Transition – was passt zu uns?
Greenfield bedeutet Neuimplementierung auf Basis von SAP Best Practices – sauber, aber aufwändig. Brownfield ist die technische Konvertierung des Bestandssystems – schneller, aber man schleppt historische Komplexität mit. Selective Data Transition ist ein Hybrid: neue Systemstruktur, selektive Datenübernahme. Die richtige Wahl hängt vom Individualisierungsgrad, der Datenqualität und dem Wunsch nach Prozessharmonisierung ab. Es gibt keine universell richtige Antwort.
Was kostet eine S/4HANA-Migration?
Kostentransparenz ist in diesem Bereich selten. Für mittelständische Unternehmen (500–5.000 Mitarbeiter) sind Projektbudgets von 500.000 bis mehrere Millionen Euro realistisch – abhängig von Scope, Migrationsansatz, Individualentwicklungen und Implementierungspartner. Die Lizenzkosten für RISE with SAP oder Cloud-Subscriptions kommen hinzu. Vorsicht vor Angeboten, die ohne sorgfältige Analyse zu günstig wirken.
Was ist RISE with SAP – und brauchen wir es?
RISE with SAP ist ein All-in-One-Angebot das Lizenzen, Infrastruktur (SAP BTP, Business Network), Migration und Support bündelt. Es vereinfacht den Einstieg in die Cloud und schafft einen einzigen Vertragspartner. Kritisch zu beachten: RISE schränkt die Wahlfreiheit bei Infrastruktur und Hyperscaler ein. Wer bereits Cloud-Infrastruktur bei AWS, Azure oder Google hat, sollte die Alternativen prüfen.
Warum scheitern so viele ERP-Projekte?
Selten an der Technologie. Die häufigsten Ursachen: unklare Prozessverantwortung, zu späte Einbindung der Fachbereiche, unrealistische Timelines, unterschätzte Datenmigrationskomplexität und fehlendes Executive Sponsoring. ERP-Projekte sind Transformationsprojekte – wer sie als IT-Projekte führt, läuft ins Risiko.
Was ist der richtige Zeitpunkt, mit der Migration zu beginnen?
Das SAP-Mainstream-Support-Ende für ECC liegt bei 2027 (mit kostenpflichtiger Verlängerungsoption bis 2030). Wer heute anfängt, hat Zeit für einen sorgfältigen Prozess. Wer wartet, riskiert Ressourcenknappheit am Markt und Zeitdruck. Erfahrungsgemäß brauchen mittelständische Projekte 18–36 Monate von der Vorbereitung bis zum Go-Live.
Wie wählen wir den richtigen Implementierungspartner?
Größe ist kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist Projekterfahrung in Ihrer Branche und mit Ihrem Migrationsansatz, Referenzen mit vergleichbarem Scope und die Frage: Wer sitzt wirklich in den Workshops – Seniors oder Junior-Ressourcen? Fordern Sie ein festes Kernteam und bewerten Sie, wie der Partner mit Ihren Risiken umgeht, nicht nur mit Ihren Wünschen.
Was ist SAP BTP und welche Rolle spielt es?
SAP Business Technology Platform (BTP) ist die Integrationsschicht und Erweiterungsplattform im SAP-Ökosystem. Sie ermöglicht Erweiterungen ohne Systemmodifikation, Integrationen zu Non-SAP-Systemen und Low-Code/No-Code-Anwendungen. In modernen S/4HANA-Architekturen ersetzt BTP viele klassische ABAP-Entwicklungen – und wird zunehmend zur Pflichtkomponente.
Wie wichtig ist Datenqualität für eine Migration?
Sie ist oft der größte versteckte Aufwand. Fehlende, inkonsistente oder falsch strukturierte Stammdaten können einen gut geplanten Go-Live blockieren. Eine Datenmigrationsstrategie – inklusive Bereinigung, Mapping und Validierung – sollte frühzeitig im Projekt starten, nicht erst in der Realisierungsphase.
Was bedeutet "Cloud ERP" konkret – SaaS, PaaS oder IaaS?
Im SAP-Kontext meint "Cloud ERP" typischerweise S/4HANA Cloud Public Edition (vollständig als SaaS) oder S/4HANA Cloud Private Edition (managed auf einem Hyperscaler, mehr Flexibilität). On-Premise bleibt eine Option, verliert aber strategisch an Bedeutung. Die Wahl beeinflusst Updatezyklus, Individualisierbarkeit und Betriebsverantwortung erheblich.

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